seit Do, 07.06.2018 

Fotographien von             Oliver Karch

 

noch bis September jeden Donnerstag zu sehen, ab 19:30 Uhr

Große Kunst No1;

Bewahrte Vergänglichkeit

 

Oliver Karchs Portraitphotographie folgt einem eigenen Modus. Das, was uns der Zeitgeist gerne als allgemeingültig verkauft, fehlt: Gestellte und austauschbare Schönheit, falsche Heiterkeit und Zwangslächeln. Dafür bieten uns der Photograph und nicht zuletzt die Photographierten Authentizität, Originalität und echte, schier greifbare Stimmung. Gekonnte Schwarz-Weiss-Portraitphotographie, die aus amerikanischen Bars, Clubs oder Szenelokalen der 1950er stammen könnte.

 

Karchs freie Motive zeugen oft von Übergang, Verfall und Vergänglichkeit. Rostendes, patiniertes Eisen, bröselnder Putz oder blätternde, verblassende Farbe zeugen davon, dass alles Menschengemachte nicht von Dauer ist. Karch zeigt Industriephotographie at its best. Nachdem Turbinen und Kessel schweigen, Rohrleitungen vor sich hin rosten und Oberlichter undicht werden. Ehemalige Waschräume sind trockengefallen, Birnen zerplatzt und Fassaden vergraut.

 

Doch Oliver Karch hat auch eine poppige Seite. Und spielt mit Licht, Form und Farbe. Zeichengleich erscheinen dabei Akrobatik und Tanz, symbolhaft der Gesamteindruck.

 

Alles in allem ist Karch ein Künstler. Denn er wählt einen klaren Blickwinkel, kann nüchtern, bisweilen hart und manchmal auch verspielt sein. Und seine Arbeiten leiden sicher nicht an Leere. Sondern sind ganz im Gegenteil deutbar.

Fritz Fröhlich

 

 

Oliver Karch, geb. 1971 in Kaiserslautern, photographiert seit ca. 10 Jahren im semiprofessionellen Bereich. Liebt das freie Arbeiten, ist aber auch für Auftragsarbeiten zu haben.